Kurzer Abriss der Geschichte zur Probstmühle

Der Name der Mühle - Herrenmühle oder Probstmühle geht auf den ersten Eigner, das Chorherrenstift Stift Oberdorla, zurück.

Ein genaues Datum der ersten Probstmühle ist nicht bekannt. Man kann aber davon ausgehen, das die erste Mühle in Oberdorla, die Probstmühle, Anfang des 11.Jahrhundert  mit einem unterschlächtigen Antrieb entstanden ist.

Die Mühle wurde vom gegenüberliegenden Stift verpachtet. Der jeweilige Müller musste an das Stift einen Zins entrichten.

Die Probstmühle brannte bei den großen Dorfbränden 1666 und 1731 mit ab.

Um 1893 wurde eine Dampfmaschine als Zusatzantrieb in der Probstmühle eingebaut, die etwa 1906  mit dem Einbau des Dieselmotors stillgelegt wurde. 

Erforderlich wurde der Einbau des Dieselmotors durch Wasserknappheit.

(Oberdorla ging scheinbar weltweit schon immer vornan  und hatte bereits damals den  Beginn des leider prognostizierten Klimawandels  erkannt. )

Der Dieselmotor war vermutlich bis 1965 in Betrieb - genaue Daten sind noch unbekannt.

Dieser vorhin schon erwähnte Eisenklotz wurde komplett überholt und hatte  bei den zur Hochform auflaufenden Erdmann-Schlossern und ihren ATS- Mitarbeitern, niemals eine wirkliche Chance, im Dornröschenschlaf zu verharren.

Ab ca. 1918 erfolgte die Unterstützung des Mahlbetriebes durch einen Elektromotor.

Die Leistung der Mühle wird bei 24- stündigem Betrieb mit bis zu 15 Zentner beziffert.

Am 16. August 1947 brannte der Dachstuhl der Mühle. Mit der Schadensbeseitigung wurde das Gebäude erhöht.

1965 wurde das letzte Korn gemahlen, 1972 das letzte Getreide geschrotet.

Am 23.7.1992 wird die Mühle von einem Bürger aus Mönchengladbach erworben.

Später sanierte der Heimatverein Oberdorla mit großer Unterstützung örtlicher Handwerksbetriebe den Beigraben, und setzte ein neues Mühlrad ein.

Am 31.August 2002 erfolgte die Inbetriebnahme des neuen Rades,

entsprechend der damals vorhandenen Randbedingungen leider kleiner als das Original und nicht achsengleich mit der getrennten Hauptwelle.

Am 25.10.2006  kauft die Gemeinde Oberdorla das Mühlengebäude.

Die Gemeinde stellt einen Antrag an das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha zur Aufnahme in das Förderprogramm „Dorfentwicklung .."

Ohne den positiven Bescheid und der zur Verfügung gestellten Landesmittel wäre, auf Grund der immer höher werdenden finanziellen Belastungen der Gemeinden, diese auch territorial in die Zukunft gerichtete r e a l i s i e r t e Vision undenkbar.

Nochmals Danke "vom Volk" an die zuständigen Behörden.

2008 beginnen die Sanierungsarbeiten am Gebäude und an der technischen Einrichtung.

Dieser kurze Abriss hat bei Weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit, spiegelt aber auch Einblicke in das Zeitgeschehen der geschichtlichen Entwicklung Oberdorlas wieder.

Ausführlichere Angaben sind von Dieter Obst zusammengetragen und in der zweiten Etage der Mühle zu finden.