Menteroda

..Einheitsgemeinde Menteroda

Zeittafel

967

Das Menteröder Schwesterdorf Berthelrode (Wüstung in der Nähe des Triftgrabens, auch "Bettelrode" und "Bertharode") wird zusammen mit Urbach und Keula erstmals in einer Urkunde genannt.

1365

Ersterwähnung Menterodas als Meierhof in einer Urkunde des Klosters Volkenroda

1492

Die Kirche von Berthelrode erhält eine "kleine Glocke", die nach Neugründung Menterodas 1553 in der neuen Menteröder Kirche aufgehängt wird.

1525

Nach der vernichtenden Niederlage der Bauern in der Schlacht bei Frankenhausen verödet auch Menteroda.

1553

Herzog August von Sachsen gibt Befehl, u.a. Menteroda zu besichtigen und wieder aufzubauen. In Menteroda wird die Steinberggenossenschaft gegründet.

1554

Im Ort leben 96 männliche Einwohner, vier männliche Hausgenossen und der Pfarrer Augustin. Menteroda bekommt ein Pfarrhaus.

1556

Die Kirche in Menteroda bekommt einen Turm aus Holz. Sie erhält die Glocke, die seit 1492 in der Kirche von Berthelrode gehangen haben soll.

1593

Mit Michael Heller wird erstmals ein Schuldiener (Lehrer) genannt.

1606

Herzog Johann Ernst von Sachsen vermacht der Gemeinde Menteroda das Schank- und Backrecht sowie die Schäferei für 600 Gulden.

1651

Menteroda erhält auf Vorschlag des Amtes in Volkenroda seine erste Dorfordnung.

1722

Einweihung der ersten steinernen Kirche im Ort, der noch heute funktionierenden evangelischen Kirche "St. Michael".

1750

Menteroda liegt an der Landstraße nach Nordhausen, hat deshalb als einziges Dorf im Amt eine Zolltafel und beschäftigt das einen Zolleinnehmer.

1775

Zum ersten Mal wird eine Gastwirtschaft Möschen im Ort erwähnt.

1828

In Menteroda leben in 77 Wohnhäusern 438 Menschen, darunter sind 77 Schulkinder.

1831

Die Gemeinde Menteroda kauft das Gut im Dorf mit 544 Acker Land, 30 Acker Wiesen und 7 Acker Gärten sowie eine Schafhaltungsgerechtigkeit für 10 000 Thaler (geschätzter Wert: 23 761 Thaler). Bis 1843 wurden sämtliche Kaufgeldschulden bezahlt und die Ländereien unter die Einwohner verteilt.

1842

Die Gemeindeverwaltung Menteroda kauft auf eigene Rechnung Flachs und Werg ein und versucht so, durch Heimarbeit für Brot zu sorgen. Die Regierung in Gotha gewährt der Gemeinde dafür einen Kredit. Der Versuch schlägt jedoch fehl. Es kommt zu einer hohen Auswanderungswelle (ca. ein Zehntel der Bevölkerung).

1868

In Menteroda wird eine zweite Lehrerstelle eingerichtet. Das "neue, geräumige Schullokal" kostet 2514 Thaler.

1871

Am ersten Jahrestag des Sieges Deutschlands über Frankreich wird an der Einfahrt zum Hof der Gemeindeverwaltung eine Siegeslinde gepflanzt.

1872

Der Gemeindeausschuß eröffnet eine Fortbildungsschule für Menteroda.

1884

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.

1896

Gründung des Turnvereins.

1905

Menteroda erhält vom Herzog Nutzungsrechte und Vergünstigungen für die Waldstücke Obere und Untere Herrenbirke, Langewand, Ziegenacker und Harnisch.

Die Aktiengesellschaft "Gewerkschaft Volkenroda" verkündet das Vorhaben, ein Kaliwerkes im Amtsbereich Volkenroda zu etablieren.

1906

Die Probebohrung der Gewerkschaft Volkenroda in Menteroda wird am bei 973 m fündig. Unmittelbar danach erfolgte der erste Spatenstich für die Schachtanlage und das Abteufen des eigentlichen Schachtes begann.

Die neue Schule in der Holzstraße, die Gemeindeschenke und ein Gasthaus („Hotel Herting“) in der Holzstraße/Ecke Kleine Gasse entstehen. Der Ausbau des Feldweges nach Urbach als "Geschäftsstraße" beginnt u.a. mit der "Verkaufsstelle Menteroda des Konsum-, Spar- und Produktivvereins Mühlhausen", der späteren Drogerie Wand.

1907

Gastwirt Friedrich Möschen baut die Gemeindeschenke.

1909

Im Mai erreicht der Schachtbau bei 977 m das Kalisalzlager; die Förderung beginnt.

1910

Die Anlage des Werkes in Pöthen beginnt (Abteufen des Schachtes Pöthen I bis 1913 auf 1 033 m).

1911

Im Februar beginnt das Abteufen von Schacht Pöthen II (1914 bei einer Tiefe von 1026 m abgeschlossen). Das Kaliwerk kauft das Gelände um die Lochmühle in Österkörner, um die Wasserversorgung sicherzustellen, die bislang aus Brunnen in Menteroda erfolgte.

1914

Karl Otto Sterzing ist der erste Menteröder, der im ersten Weltkrieg fällt. Insgesamt sterben bis 1918 32 Männer aus Menteroda an der Front.

1915

Auf dem Übergabebahnhof für das Kaliwerk wird eine öffentliche Haltestelle der Eisenbahn eingerichtet, die Kaliwerk und Gemeinde gemeinsam beantragt hatten.

1917

Das „Electricitätsnetz“ im Dorf wird in Betrieb genommen.

1920

Menteroda kommt zum neu gebildeten Kreis Sondershausen.

1929

Die Tischlerei Ahke öffnet.

1930

In der Grube tritt bei einer Explosion Erdöl aus. Es kommt erstmals in einer Kalisalzgrube zur Erdölförderung, was Volkenroda landesweit bekannt macht.

1931

51 500 t Erdöl werden in Volkenroda gefördert (Gesamtförderung in Deutschland 1931 beträgt 168 000 t) und hauptsächlich an die Leunawerke verkauft.

1938

Der Fuhrbetrieb Weingart wird eröffnet.

1942

Die Hängeseilbahn zwischen den Werken Volkenroda und Pöthen geht in Betrieb.

1945

Ort und Kaliwerk werden durch US-amerikanische Truppen besetzt.

1946

In Menteroda leben etwa 1400 Menschen.

1948

Gründung der BSG Kali Menteroda, der späteren "BSG Aktivist".

1950

Menteroda kommt zum Landkreis Mühlhausen. Schuhmachermeister Wiegleb eröffnet sein Geschäft. Die AWG errichtet ihre ersten Häuser in der Straße des Friedens. Die erste Kinderkrippe der Gemeinde wird eröffnet.

1954

Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft wird gegründet.

1955

Bildung der AWG "Hans Marchwitza", die bis 1960 86 Wohnungen in Menteroda und Holzthaleben baut. Insgesamt entstehen bis 1956 in Menteroda 140 Wohnungen.

1958

Die Zehnklassen-Schule wird eingeführt. Die 7. und 8. Klassen aus Obermehler, Urbach und Windeberg kommen nach Menteroda in die Schule.

1960

Bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom gewann der damalige Menteröder Hans Grodotzki zwei Silbermedaillen, im 5000- und im 10.000-Meter-Lauf.

1962

Der neue Sportplatz in Menteroda - die „Glückauf-Kampfbahn“ mit einem Hartplatz und einer Laufbahn - wird nach knapp zweijährigem Bau eröffnet.

1969

Fertigstellung des Freibades

1973

Bildung der LPG "Fortschritt" Urbach-Menteroda.

1975

Die LPG aus Schlotheim, Hohenbergen, Marolterode, Menteroda und Urbach bilden die LPG "Wilhelm Pieck" mit Sitz in Urbach und Ausrichtung auf die Rindermast.

1992

Die Verwaltungsgemeinschaft Menteroda mit den Gemeinden Sollstedt, Kleinkeula und Menteroda wird mit Sitz in Menteroda gegründet.


zurück