Menteroda

..Einheitsgemeinde Menteroda

Die Gründung des Kaliwerkes in Menteroda

1852 ließ die preußische Regierung in Staßfurt die ersten Schächte abteufen läßt. Man traf zuerst auf mächtige Steinsalzlager, dann auch auf Kalisalz, welches als sogenanntes "Abraumsalz" bisher keinerlei Beachtung fand. Kaum jemand erkannte seine Bedeutung. Erst solche Wissenschaftler, wie der Chemiker Justus von Liebig, machten auf die Wichtigkeit des Kalisalzes für die Landwirtschaft aufmerksam.

Unter dem Begriff „Salz“ verstand man bis dahin nämlich ausschließlich Kochsalz. Es war praktisch das einzige Mittel, um Lebensmittel zu konservieren und besonders für den Winter haltbar zu machen. Bereits in grauer Vorzeit galt Salz als ein überaus wichtiges und wertvolles Gut, das mit Gold gleichgesetzt wurde. Salzungen und Frankenhausen waren in Thüringen seit alters her Orte, an denen Salz gewonnen wurde. Sie galten als strategisch wichtig und waren stets hart umkämpft. Salz bedeutete Reichtum, brachte Arbeit und Handel.

Die Mönche im Koster Volkenroda hatten bereits im 12. Jahrhundert Salz gewonnen. Im 17. Jahrhundert wurde mit der Wünschelrute im Schaftal beim Dorf Volkenroda Salz gesucht. Nun flammte nun die alte Idee des Bergbaus wieder auf. 1854 kam es zuerst zur Gründung des "Volkenrodaer Bergbauvereins", der dann - ohne bis dahin einen nennenswerten wirtschaftlichen Erfolg zu erreicht zu haben - am 1. August in die "Gewerkschaft Volkenroda" integriert wurde. Unter dem Begriff „Gewerkschaft“ verstand man damals im Unterschied zur heutigen Zeit eine Interessengemeinschaft von Unternehmern an einem „Gewerk“, nämlich dem des Salzbergbaus.

Im Oktober 1905 wurde mit der ersten Bohrung in Menteroda begonnen, die am 4. Juni 1906 bei 973,3 m fündig werden sollte. Das Bohrloch befand sich unweit des Triftgrabens an der Straße nach Holzthaleben.

Am 6. Juli 1906 reichte die Gewerkschaft Volkenroda den ersten Betriebsplan beim Bergamt in Ohrdruf ein, der Bauten und Einrichtungen des Schachtes umfaßte. Am 20. Juli verlieh das Bergamt Ohrdruf die Rechte auf ein Grubenfeld von 24 Mio qm aus. Im August erfolgte der erste Spatenstich für die Schachtanlage und das Abteufen des eigentlichen Schachtes begann. Die Abteufbelegschaft kam aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet. Erster Obersteiger wurde Albert Klaus aus Gerbstädt, der bislang im Schacht Beienrode arbeitete.

In den kommenden zwei Jahren wurden Werkstätten, Magazinschuppen, Kantine und Kesselhaus im Kaliwerk errichtet. Das Bergwerk beschäftigt bereits 220 Personen aus den umliegenden Dörfern Menteroda, Holzthaleben, Urbach, Obermehler, Keula, Windeberg und Großbrüchter. In Menteroda lebten damals etwa 400 Menschen. Urbach stellte den Bergleuten freistehende Häuser der nach Amerika Ausgewanderten als Wohnung zur Verfügung.

Vielen Menterödern ist die weitere Geschichte des Kaliwerkes zum Teil noch aus eigenem Erleben bekannt. In 85 Jahren ihres Bestehens haben die Gruben in Volkenroda und Pöthen zwei Weltkriege überlebt, wurden zur Erdölförderstelle und machten durch ihre Düngemittel die Namen Menterodas und des Kaliwerkes Volkenrodas sogar weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Ihnen ist es zu verdanken, daß sich die Region um Menteroda schneller entwickelte und die Menschen zu einem bescheidenen Wohlstand gelangten.

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