Menteroda

..Einheitsgemeinde Menteroda

Die Neugründung Menterodas im Jahr 1553

Vieles ist über das Gründungsdatum Menterodas noch im Dunklen geblieben. Wann und wie das Dorf entstand konnte bis heute nicht endgültig geklärt werden. Interessant ist die Tatsache, daß Menteroda eine zweite Chance bekommen hat und eine zweite Geburt feiern durfte.

Am 15. Mai 1525 wurde im Bauernkrieg das bei Frankenhausen versammelte Bauernheer mit über 6 000 Mann vernichtend geschlagen. Damit fand der seit mehreren Jahren schwelende Konflikt zwischen den Bauern und ihren Herren seinen blutigen Abschluß. Obwohl nur 300 Mühlhäuser und weitere 600 Menschen aus dem heutigen Kreisgebiet unter den Opfern waren, verödeten nach der vernichtenden Niederlage viele Orte, so auch Menteroda.

Menteroda gehörte in dieser Zeit den sächsischen Herzögen in Dresden. So war es Herzog Moritz, der seinen jüngeren Bruder August von Sachsen, damit beauftragte, die ihnen gehörenden Dörfer oder wüsten Dorfstätten um Volkenroda zu inspizieren. Am 14. Januar 1553 gab Herzog August deshalb Befehl, „die Orthe Mentel, Bertheroda, Hohenberga und Klein Keuhla“ zu besichtigen und alles zu veranlassen, was deren Wiederaufbau erfordert. Die herzogliche Kommission fand in Menteroda 6 Hektar Dorfland und 40 Ar Wald am Steinberg vor. August ließ daraufhin ein richtiges Wiederaufbauprogramm ausarbeiten. Menteroda wurde Land als Besoldung des Pfarrers und eigene Zwecke der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Das übrige Land verkaufte man an Bauwillige zu Land 13 Gulden in drei Jahresraten für etwa 100 qm sowie einen jährlichen Erbzins von zwei Gulden.

Die damals angenommene Ortsstruktur ist auch heute noch klar zu erkennen. Trotz vieler Modernisierungs- und Baumaßnahmen im Ort zeugen die parallel verlaufenden Holz- und Bergstraße sowie die ebenfalls parallelen verlaufende Bergstraße im oberen Teil am Jungfernstieg, die Kleine Gasse und die Keulaer Straße von einer geplanten Aufteilung der Ortschaft. Lediglich der Jungfernstieg paßt nicht in dieses klare und rechtwinklige Planungsschema, dort ist möglicherweise der alte Ortskern Menterodas im 16. Jahrhundert zu suchen. Sogar an die Zukunft war gedacht worden - das heutige Unterdorf war der erste Schritt für eine spätere Erweiterung.

Bereits 1554 wurde die Waldgenossenschaft zur Bewirtschaftung des Gemeindeforstes am Steinberg gegründet, mußten die Frondienste für den Herzog aufgenommen und eine Fürstensteuer entrichtet werden. Falls die ersten Ernten der damals 74 Menteröder Einwohner schlecht waren, hatten „die von Mehler“ den Verlust auszugleichen.

Aus dem Jahr 1554 ist die erste Dorfordnung Menterodas bekannt. Das Amt in Volkenroda schlug dem Gemeinderat eine Ordnung vor, die dieser durch eigene Regeln ergänzen durfte. Darin wurde genau beschrieben, wie man Felder, Wälder Weiden, die Ernte und das Vieh zu schützen hatte und welche Geldstrafen bei Zuwiderhandlung an die Gemeindekasse zu zahlen waren. Bei besonders schweren Vergehen war ein Faß Bier zu entrichten. Diese Ordnung wurde von den Mitgliedern des Gemeinderates unterzeichnet. Neben dem ersten Bürgermeister, der damals Schultheiß genannt wurde und Mertten Linße hieß, waren das die Brüder Dietzmann, Hans Brage, Hans Linße Andreas Arnolt, Waltin Leineweber und die Brüder Buntschuh sowie Claus Kieser und Curt Herting. Diese beiden letzten Familiennamen existieren heute noch in Menteroda und gehören somit offensichtlich zu den ältesten im Dorf ansässigen Familien.

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