Menteroda

..Einheitsgemeinde Menteroda

Die Erwähnung Menterodas in einer Urkunde aus dem Jahre 1365

In der Mitte des 14. Jahrhunderts ging das Kloster Volkenroda seiner größten Machtentfaltung entgegen. Kaum ein Dorf in der näheren Umgebung war ihm nicht in der einen oder anderen Form dienst- oder tributpflichtig. Für viele adlige Familien Thüringens, selbst für Könige und Kaiser gehörte es gehört zum "guten Ton", dem Kloster Schenkungen zu machen.

Als der äußerst tatkräftige Hermann von Spangenberg zwischen 1361 und 1365 Abt in Volkenroda wurde, hatte das Land gerade die Hälfte der Bevölkerung durch die Pest verloren.. Hermann, Sproß eines alter Thüringer Adelsgeschlechtes, mußte mit ansehen, wie der Machtkampf mit der erstarkenden Reichsstadt Mühlhausen offen ausbrach. Die reichen Klöster aus dem Umland waren ein Dorn im Auge der Mühlhäuser geworden. Sie waren bestrebt, die Klösterhöfe - kleine und sehr gut organisierte Wirtschaftsunternehmen - aus den Stadtmauern zu verbannen oder wenigstens deren Einnahmequellen für sich selbst zu erschließen. Die Klöster versuchten, dieser Gefahr durch eine ausgeklügelte Bündnispolitik entgegenzutreten. So ist es nicht verwunderlich, daß sich das Kloster Volkenroda auch der Gunst der einflußreichen und mächtigen Familie der Ritter von Ebeleben versicherte.

Im Juli 1365 einigte sich der Abt Hermann von Spangenberg sich mit denen von Ebeleben. Ritter Friedrich von Ebeleben wurde Mönch im Kloster Volkenroda und übereignete diesem all seinen Besitz. Er erhielt dafür auf Lebenszeit die Meierei Meynharterode (Menteroda). In einer alten Urkunde steht darüber zu lesen:

„Wir, Friedrich von Wangenheim, Christian von Witzleben, Jan von Lengefeldt, Reinhart Rost und Diethrich von Witzleben, Ritter, bekennen öffentlich durch diesen Brief, daß ... Herr Hermann von Spangenberg, Abt und Vorsteher des Konvents zu Volkenroda, und Herrn Friedrich von Ebeleben, Mönch daselbst, geredet haben und bezeugen, daß derselbe Herr Friedrich auf alle Güter verzichtet, die ihm gehören, und daß das vorgenannte Kloster ... ihn gleichzeitig als Hofmeister zu Meynharterode einsetzt“.

Das ist momentan die erste urkundliche Erwähnung des Namens Menteroda. Vielleicht gibt es aber noch ältere, bislang unbekannte Dokumente. Denn hier wird kein neuer Hof gegründet, sondern ein bestehender Hof weitergegeben. Damit könnte aber auch ebenso die bereits geäußerte These bestätigt sein, wonach im oder bei dem ursprünglichen Dorf Berthelrode einen Hof bestand, der nach seinem Gründer oder einem späteren Besitzer Meynharterode oder Menteroda genannt wurde. Denn der Hof scheint nicht im Besitz der Familie von Ebeleben gewesen zu sein. In der erwähnten Urkunde heißt es an einer anderen Stelle:

„Und alles, was er hat nach seinem Tode, das soll lediglich mit dem Hof wieder (!) an das Kloster fallen und an keinen seiner Freunde.“

Wie auch immer - das Leben im Klosterbezirk Volkenroda wurde für die Bevölkerung durch diese Bündnispolitik nicht leichter. Schon 1369 erreichte unsere Region wieder eine schwere Pestepidemie. Ab 1370 fielen die Getreidepreise erheblich. Dadurch wurde Getreideland mit geringerer Fruchtbarkeit nicht mehr genutzt und verfiel wieder der Verwilderung. Ganze Dörfer verfielen und wurden zu sogenannten Wüstungen. Allein für das Eichsfeld sind 343 Wüstungen nachgewiesen, das ist mehr als die Hälfte der gegründeten Dörfer.

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