Menteroda

..Einheitsgemeinde Menteroda

Alle Wege führen nach ... Volkenroda

Kennen Sie Volkenroda? Nicht sehr viele Menschen gibt es, die diese Frage beantworten können. Sicher hätte man bis vor wenigen Jahren kaum Gründe gefunden, dieses abseits allen Trubels liegende Dorf zu besuchen und kannte den Namen vielleicht sogar häufiger durch das Kaliwerk, welches seinen Sitz in Menteroda hatte. Das war aber jahrhundertelang anders - zuerst die Burg, dann das Kloster und danach das Amt Volkenroda bestimmte die Geschichte in unserer Region in nicht unwesentlichem Maße. Sie bildeten das „Verwaltungszentrum“, welches auch für Menteroda zuständig war.

Volkenroda trat spätestens im Jahre 1073 in den Blickpunkt der Geschichte. Kaiser Heinrich IV. zog gegen die verbündeten Thüringer und Sachsen zu Felde. Eine seiner Bastionen war die Kaiserpfalz in Volkenroda, eine für die damalige Zeit uneinnehmbare Festung. Der Kaiser wurde besiegt und gezwungen, seine Burg in Volkenroda selbst zerstören.

Ca. 80 Jahre später wurde das Gelände der Burgruine durch die Gräfin von Gleichen erworben. Sie übergab es an Mönche aus Westfalen, die auf den Ruinen der Festung ein Zisterzienserkloster errichteten. Die Mönche begannen, Felder, Wiesen, Mühlen zu kaufen und erwarben bald ganze Dörfer in der Umgebung. Zu Zeiten seiner größten Machtfülle hatte das Kloster Rechte und Einkommen in 47 Orten Thüringens. Als es dann 1547 aufgelöst wurde, verfügte es über einen geschlossenen Landbesitz von Klein-Keula und Menteroda im Norden über Volkenroda selbst und Körner bis nach Hohenbergen im Süden. Das ist auch ungefähr das Gebiet, welches das Amt Volkenroda bildete.

Nach Einführung der Reformation in den Thüringischen Staaten verfügte Herzog Heinrich V. die Schließung des Klosters Volkenroda. 1547 wurde es in ein Amt umgewandelt, das in den Mauern des ehemaligen Klosters zu Hause war. Zu diesem Amt gehörte Menteroda in den nächsten über 300 Jahren. Waren es früher die Mönche, die Menteröder Steuern und Einnahmen kassierten, so lieferte man nun dem Amtsschösser, dem Steuereinnehmer, der die Interessen des Landesherren vertrat. Diese Herzöge residierten in Dresden, dann später in Eisenach und Gotha. Volkenroda und damit auch Menteroda wechselten oft den Herren und gehörten zu unterschiedlichen Herzogtümern.

So war auch über Jahrhunderte hinweg die wichtigste Verbindungsstraße für Menteroda der Weg nach Volkenroda. Er führte in früheren Zeiten in Richtung Pöthen am heutigen Waldrand entlang über den Kirschberg zum Gut Pöthen. Dort traf er auf eine Heerstraße, die von Volkenroda über Gut Pöthen bis in die Freie Reichsstadt Nordhausen führte. Vom Gut Pöthen führte der Menteröder Weg direkt über den Berg und durch den sogenannten Tiergarten und den Eichenhain mit der bekannten „Dicken Eiche“ vorbei ins Kloster. Die Straße nach Mühlhausen, wie man sie heute kennt, wurde erst sehr viel später gebaut.

Das Amt Volkenroda ist in seiner Grundstruktur bis zur Abdankung der Fürsten 1918 erhalten geblieben. Erst durch die Bildung des Landes Thüringen zu Beginn der 20er Jahre dieses Jahrhunderts kam es zu seiner Auflösung und zur Bildung eines neuen Kreises Mühlhausen, zu dem nun auch Menteroda gehören sollte.

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